Von Michael Schwarz
INGELFINGEN Es begann alles mit einer Wette. "Da war ich wohl etwas unvorsichtig", blickt Heribert Rohrbeck, Konzerngeschäftsführer bei Bürkert, auf den Tag zurück, an dem er sich mit dem Hohenloher Landrat Helmut M. Jahn auf Folgendes einließ: Jahn wagte im Juni des vergangenen Jahres - am Tag des Spatenstiches für das neue Bürkert-Systemhaus im Ingelfinger Stadtteil Criesbach - die Prognose, dass zwischen dem Bauantrag und der Vergabe des "roten Punktes" weniger Zeit vergehe als die Firma für ihre internen Planungen brauchen werde. Rohrbeck schlug ein. Die Wette stand.
"Die Baugenehmigung erhielten wir am 11. Juni 2006, mit unseren Planungen sind wir erst einen Monat später fertig geworden", gesteht Rohrbeck heute ein. Nun war er an der Reihe, die Wettschulden mussten eingelöst werden. Dies tat er, indem er den Landrat und einige Mitarbeiter der Behörde zu einem großen Spanferkelessen einlud. Auch der Ingelfinger Bürgermeister Michael Bauer und sein Hauptamtsleiter Manfred Schmitt ließen sich die Gelegenheit nicht nehmen, als sie von dem Unternehmen zu Tisch gebeten wurden.
"Wir sind mit unseren Planungen erst einen Monat später fertig geworden."
Heribert Rohrbeck, CEO der Bürkert Gruppe
Modernes Gebäude Zuvor nutzen die Besucher jedoch die Möglichkeit, sich in dem rund 3000 Quadratmeter großen Gebäude umzusehen. Als "Brutkasten für neue Lösungen" bezeichnete Rohrbeck das sehr offen gestaltete Systemhaus, in dem "Blaukittel und Weißkittel" - Techniker und Wissenschaftler - zusammen arbeiten und forschen. Bürkert verlangt von seinen Mitarbeitern Flexibilität - sogar was den eigenen Schreibtisch betrifft. Jeder Mitarbeiter kann an jedem Flachbildschirm arbeiten.
Seine Unterlagen wandern immer mit ihm mit. Rohrbeck: "Deswegen müssen die Tische abends immer sauber aufgeräumt sein." An diese Regel muss sich im neuen Systemhaus jeder halten. Auch Josip Martis. "Ich habe natürlich auch kein eigenes Büro", so der Leiter des Systemhauses. Damit jeder die Möglichkeit hat, sich für eine kurze Auszeit oder zu einem Gespräch zurück zu ziehen, stehen an mehreren Stellen moderne Sofas und Sitzgelegenheiten.
"Ich kann Sie nur dazu auffordern, öfters so eine Wette mit uns zu machen."
Landrat Helmut M. Jahn
Auszeit "Wir haben auch Duschen hier, falls jemand mal eine Runde joggen möchte, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen", erzählt Rohrbeck der interessierten Runde. Da überlegte sich sogar der Landrat mit einem Augenzwinkern, ob denn solche Arbeitsbedingungen nicht auch was für das Amt wären. Helmut M. Jahn ist mit der Arbeit seiner Behörde zufrieden. "Ich kann Sie nur auffordern, öfters so eine Wette mit uns zu machen."

Verlorene Wette: Bürkert-Konzerngeschäftsführer Heribert Rohrbeck (rechts) lud
Landrat Helmut M. Jahn zum Spanferkelessen ein. Foto: Michael Schwarz
Quelle: Hohenloher Zeitung
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