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Dienstag, 9. Oktober 2007

Unterschiede sind gar nicht so groß

BILDUNG / Symposium für Führungskräfte mit 140 Teilnehmern ausgebucht

Schule und Wirtschaft sehen sich als Partner und wollen voneinander lernen


Von Jochen Korte

SCHWÄBISCH HALL Schule und Wirtschaft - diese beiden ''Systeme'' haben viel mehr Gemeinsamkeiten, als man gemeinhin denken mag. Das wurde beim Führungskräftesymposium des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung der Stiftung Würth in Hessental deutlich. 140 Spitzenkräfte aus beiden Bereichen bekräftigten in der ausgebuchten Veranstaltung ''Veränderung erfolgreich gestalten - Führungskultur in Schule und Wirtschaft'' den Willen zur Kooperation. Davon profitierten beide Seiten.

Wie so etwas funktionieren kann, erläuterte Heribert Rohrbeck, Geschäftsführer der Bürkert-Werke aus Ingelfingen. Die Firma geht auf die Schulen zu und bietet konkrete Projekte an. Auch in Kindergärten möchte die Firma aktiv werden, um die Kinder beispielsweise für Physik zu begeistern. ''Durchaus mit Eigennutz'', bekannte Rohrbeck, denn so könne der Ingenieurnachwuchs gesichert werden.

Damit sprach er Professor Dr. Peter Eyrer vom Fraunhofer Institut für Chemische Technologie Pfinztal aus der Seele. Schulen und Fachhochschulen müssten den Frontalunterricht, der bei 90 Prozent liege, reduzieren. In ernsthaften Projekten könne das Potenzial, das in den Schülern stecke, geweckt werden.

Für Schulleiterin Barbara Graf war das nichts Neues. An ihrer Schule werde in ''tief gestaffelter Weise Projekt orientiert gearbeitet''.

Überhaupt zeigten sich die Lehrer recht selbstbewusst. Die Schulen hätten sich in den vergangenen zehn Jahren verändert und seien auf einem positiven Weg. Das schlechte Image der Lehrer und Schulen, sagen sie, sei unverdient. So könne die Wirtschaft von der Schule lernen, wie Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur zusammengebracht und wie Kinder in ihrer Individualität wahrgenommen würden, sagte Barbara Graf. Die Wirtschaft möge mutiger auf die Schulen zugehen, wünschte sie sich. Den Stellenwert von Projektarbeit schätzt auch Corinna Derrer. Zum theoretischen Unterricht kämen die realitätsnahen Einblicke in die Wirtschaft.

''Wir alle sollten gut über unsere Schulen denken und reden, uns besser kennenlernen und unterstützen'', fasste Hannelore Gloger die Diskussion zusammen. Beide Seiten hätten in guter Atmosphäre auf Augenhöhe miteinander diskutiert.

Ein Ergebnis der zweitägigen Veranstaltung mit Workshops und Vorträgen ist für Matthias Wagner-Uhl, Rektor der Club-of-Rome-Schule in Neuenstein: ''Die Unterschiede zwischen Wirtschaft und Schule sind gar nicht so groß.''


Wollen mehr voneinander wissen und voneinander lernen: (von links) Sven Entenmann (Lehrer und neuer Leiter des Kompetenzzentrums Ökonomische Bildung), Heribert Rohrbeck (CEO Bürkert Gruppe, Ingelfingen), Hannelore Gloger (bisherige Leiterin des Kompetenzzentrums), Corinna Derrer (Schülersprecherin Deutschordensgymnasium Bad Mergentheim), Barbara Graf (Leiterin Hegel-Gymnasium Vaihinigen und Klaus-Peter Hüsing (Gymnasiallehrer in Karlsruhe). Foto: ARSLAN


Quelle: Haller Tagblatt
http://www.hallertagblatt.de/

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