Vorausgesetzt wird, dass sich im Ausgang A der Fluiddruck abbauen kann. Solange zwischen dem Eingangs- und dem Ausgangsanschluss ein Druckunterschied besteht, bleibt das Hauptventil infolge der Schließkräfte über dem Kolben geschlossen. Nach Umschalten des Vorsteuerventils kann sich der Druck in der Kammer oberhalb des Kolbens abbauen. Die infolge des Fluidsystemdruckes auf der unteren Seite des Kolbens wirkende Kraft ist größer als die auf der oberen Seite des Kolbens, sie hebt diesen an und öffnet das Hauptventil. Vorgesteuerte Magnetventile nach dieser Bauart benötigen eine Mindestdruckdifferenz für das einwandfreie Öffnen und Schließen. Magnetventile mit einer Koppelung (Zwangsanhebung) zwischen Magnetkern und Kolben (z. B. Typ 407) benötigen keine Druckdifferenz zum Schalten. Vorgesteuerte Kolbenventile werden bevorzugt in Anwendungen höherer Drücke, gasförmiger Medien und Dampf bis 180 °C eingesetzt.
Vorteile:
- robuster als vorgesteuerte Magnetventile mit Membran
- hoher Druckbereich
- geeignet für Gase und Dampf.
Vorgesteuertes 2/2-Wege-Magnetventil stromlos geschlossen mit Kolben. Links geschlossen, rechts geöffnet